"An den Rändern des Horizonts"

Die Veranstaltung fällt aufgrund der aktuellen Lage bzgl. Covid-19 und dessen Entwicklung aus!

Fotoshow von und mit Markaus Mauthe: Eine Reise zu Indigenen Gemeinschaften und verborgenen Schönheiten unserer Erde
Am Dienstag, 17.03.20 um 19:30 Uhr im X-Ground; Eintritt frei

 
"Als ich das Projekt begonnen habe, war mir bewusst, dass es in mancherlei Hinsicht ein Wettlauf mit der Zeit sein würde. Ich bin sehr glücklich, dass ich diesen Blick in die Geschichte der Menschheit noch werfen durfte“.

m März 2015 brach Markus Mauthe nach Afrika auf. In Namibia wollte der bekannte Naturfotograf und Umweltaktivist bei den San und Himba sein neues Projekt starten. Die indigenen Gemeinschaften waren ihm schon von seiner ersten Reise nach Afrika Anfang der neunziger Jahre bekannt. Obwohl Vollprofi und seit über 30 Jahren in den entlegensten Winkeln der Erde mit seiner Kamera unterwegs, hatte Markus Mauthe durchaus Respekt vor der Herausforderung, sich drei Jahre lang vor allem mit Menschen zu beschäftigen. „Zuvor waren ja eher Landschaften und Tiere mein fotografisches Metier“, sagt der Fotograf, „da tat es gut mit Kulturen zu starten, die mir nicht gänzlich fremd waren“.

Sein letztes Fotoshow-Projekt „Naturwunder Erde“, in Kooperation mit Greenpeace entwickelt, war ein Riesenerfolg. Mehr als 95.000 Menschen hatten sich in über 400 Vorstellungen begeistert mitreißen lassen. Als Vortragskünstler versteht Markus Mauthe sein Handwerk wie kaum ein Zweiter: Seine Bilder sind mehr als ästhetisch ansprechende Abbildungen wunderschöner Naturräume. Denn hinter der Kamera steht nicht nur der Fotokünstler sondern auch der Umweltaktivist. Seine tiefe Liebe zur Natur drückt sich in jedem Bild aus, ihm geht es um die Abbildung der inneren Essenz, um das gegenwärtige Wunder, das sich in jeder Pflanze und in jedem Tier in allen Lebensräumen der Erde zeigt. Umso stärker wirken da Mauthes persönliche Erlebnisse und Geschichten auf den Zuschauer, die davon erzählen, wie diese Naturwunder fast überall durch Umweltzerstörung und Klimaveränderungen bedroht sind.

Warum also keine inhaltliche Fortsetzung der beliebten Vortragsreihe, warum der Fokus diesmal auf Menschen?

„Mit meinen Fotos dokumentiere ich ja nicht nur die Schönheit der Natur, sondern nutze sie auch gezielt, um auf Veränderungen hinzuweisen, denen sie ausgesetzt ist. Das neue Programm nimmt nun die Perspektive derer ein, die weit mehr mit der Natur verbunden sind als der Großteil der Menschen heute. Es ist also schon eine logische Fortsetzung meines bisherigen Tuns“, erklärt Markus Mauthe. Das neue Projekt verfolgte dabei zwei Ansätze. Zum einen die ungeheure Anpassungsfähigkeit des Menschen darzustellen, weswegen Mauthe vier unterschiedliche Lebensräume auswählte: Wald, Grasland, Wasser und Eis. Zum anderen ging es ihm als Fotokünstler darum, kulturelle Besonderheiten zu dokumentieren.

 

 

Wie etwa in den Bergregionen Myanmars, wo es noch Chin Frauen mit Gesichtstätowierungen gibt. Der Legende nach ließen sich die Chin Frauen ihre Gesichter tätowieren, um sich gegen die gewaltsame Verschleppung durch einen König zu erwehren. Seit den 1960er Jahren ist diese Praxis vom Staat jedoch verboten. Heute tragen nur noch ältere Frauen den filigranen Gesichtsschmuck - mit ihnen wird die jahrhundertalte Tradition aussterben.

Staatliche Repressionen, Globalisierung und Klimawandel drängen auf allen vier Kontinenten und 22 Ländern, in denen Markus Mauthe für sein neues Programm unterwegs war, die Indigenen an die Ränder der modernen Welt. Etwa in Südäthiopien, wo im Omo-Tal massiv Industrieprojekte angeschoben werden und die besondere ethnologische Vielfalt der Region bedrohen. Landraub in großem Stil ermöglichen Zuckerrohrfelder von gigantischer Größe - um sie zu bewässern, wird der Omo mit Staudämmen gezähmt. Unter den Auswirkungen leiden vor allem jene Gemeinschaften, die traditionell von und mit der Natur leben. Wie die Dasanech. Früher brachte die Regenzeit Überschwemmungen, der Fluss trat über das Ufer und spülte wichtige Mineralien auf die Felder. Durch die Staudämme ist die Lebensgrundlage der Dasanech praktisch zerstört. Immer öfter sieht man im Omo-Tal jetzt die weißen Zelte der Welthungerhilfe.

Die neue Vortragsreihe von Markus Mauthe zeigt Bilder einer verschwindenden Welt. Eindringliche Portraits und Szenen indigenen Lebens geben die ungeheure Vielfalt und Schönheit menschlicher Kulturen wieder. Noch gibt es sie, die traditionellen Lebensweisen, doch sie vermischen sich immer stärker mit der Außenwelt. Mehr und mehr Menschen verlieren ihre Identität, weil ihnen ihre Lebensgrundlage genommen wird. "Natürlich gehören Veränderungen zum Leben dazu, verändern sich Gesellschaften. Doch die Dynamik, das Tempo und die Art und Weise, in der sich ihre Lebensweisen durch unser Eingreifen und Handeln verändern (müssen), war vermutlich noch nie so hoch wie jetzt. Unsere kapitalistische Denke, Landraub, die Ressourcenverschwendung der westlichen Welt – das alles hat insbesondere dort einen Einfluss, wo man selten hinschaut, wo Menschen bis heute anders leben und vielleicht eher am Rande der jeweiligen Gesellschaften. Mit ‚An den Rändern des Horizonts‘ versuche ich denen eine Stimme zu geben, die viel zu oft ungehört bleiben. In dem ich ihre Geschichte erzähle, hoffe ich andere zum Nachdenken anzuregen, auf welche Art und Weise und mit welchen Werten wir in Zukunft eigentlich leben wollen“, sagt Greenpeace-Fotograf Markus Mauthe.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei.

11
Mär

Geschrieben am: 11.03.2020

Von: Ralf Schneider - Eichhorn

Lieblingszitat:

“Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen, dann wird euch alles andere dazugegeben.”Matthäus 6,33

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