Mogli, Mantras, Orgel-Rock

Bei einer Nacht der offenen Kirchen in Koblenz haben 14 Gotteshäuser und christlichen Gemeinschaften Besucher zu einer Inspirations- und Entdeckungsreise eingeladen.

Der fünfjährige Mogli ist heute der Star in der kleinen Kapelle des Evangelischen Stifts St. Martin in der Rhein-Mosel-Stadt: Mal läuft er hierhin, mal dorthin – die Aufmerksamkeit der rund 40 Zuschauer ist ihm sicher. Sein rotes Halstuch signalisiert „Ich bin im Dienst“. Der Bordercollie-Labrador-Mischling ist Therapiehund und arbeitet mit Frauchen Andrea Krahe im stationären Hospiz St. Martin. An diesem Abend stellen sich Krahe und Mogli im Rahmen der „Nacht der offenen Kirchen“ vor.

14 Kapellen, Kirchen und christliche Gemeinschaften öffneten an diesem dritten Freitag im April ihre Pforten und luden die Besucher mit einem vielseitigen Programm auf eine spirituelle wie kulturelle Reise ein. Das der Bibel entlehnte Motto der diesjährigen Kirchennacht – „Suchet der Stadt Bestes“ – traf dabei auch auf den kuschelfreudigen Mogli zu, der bei seiner Arbeit mit Sterbenden stets sein „Bestes“ gibt.

Während Krahe zeigte, wie gehorsam ein Therapiehund sein sollte, präsentierten ein paar hundert Meter weiter die Sängerinnen und Sänger des Chores „kreuz und quer“ aus Beltheim unter der Leitung von Claudia Odenbreit unter dem Leitwort „Alles was mir heilig ist“ moderne Chormusik.

Musikalische Höhepunkte hatte an diesem Abend auch die Christuskirche mit dem Gospelchor Koblenz-Mitte sowie nachfolgenden Improvisationen von Christoph Funke und Christian Tegel an Saxophon beziehungsweise Piano/Orgel im Angebot.

Vertontes Credo und „Tänze des Friedens“

Die Ausstellung „Credo – oder: Was glauben Sie denn?“ lud derweil in der Liebfrauenkirche dazu ein, auch einmal den eigenen Glauben zu hinterfragen. Sylvia Cordie und ihr Vokalquartett griffen Elemente des Glaubensbekenntnisses auf und thematisieren sie teils kritisch, teils humorvoll mit Texten und Liedern.

Unterdessen fassten sich in der Citykirche am Jesuitenplatz wildfremde Menschen an den Händen, tanzten im Kreis, sangen mantraartige Gebetszeilen und erfuhren auf diese Weise, was die „Tänze des universellen Friedens“ ausmacht, die Elemente aller großen spirituellen Traditionen beinhalten und von Doris Brauneck angeleitet werden.

Während in der Martin-Luther-Kirche und dem freikirchlichen Christus-Zentrum in Lützel internationale Begegnungen im Vordergrund standen, präsentierte die Jugendkirche „X-Ground“ im Rauental moderne Rock- und Pophits – interpretiert auf der Orgel. Für einige Besucher hatte die Nacht der offenen Kirchen in der Peter-Friedhofen-Kapelle der Barmherzigen Brüder begonnen. Als es noch hell und die Kapelle lichtdurchflutet war, regten die Arenberger Dominikanerinnen mit einem Textimpuls von Madeleine Delbrel dazu an, jede noch so kleine alltägliche Aufgabe und Begegnung als einen Teil von Gottes Plan zu verstehen.

Ökumenischer Abschluss in der Kirche St. Florin

In dieser Nacht waren es insbesondere die außergewöhnlichen Begegnungen, die die Besucher inspirierten und kurz vor Mitternacht in einem großen ökumenischen Gottesdienst in der Florins­kirche mit abschließendem Segenswunsch gipfelten. Monika Kilian, Christoph Funke, Ralf Staymann, Werner Süß, Stephan Wolff vom Arbeitskreis Ökumene in der City zeigten sich zufrieden. Kilian hob hervor: „Die teilnehmenden Gemeinschaften und Gotteshäuser bemühen sich auch über die Kirchennacht hinaus, den Menschen bestmögliche spirituelle Angebote zu machen – ganz im Sinne von ,Suchet der Stadt Bestes‘. Wir hoffen, dass alle Besucherinnen und Besucher durch die an diesem Abend gemachten Erfahrungen gestärkt wurden und dies auch mit in ihren Alltag nehmen.“

03
Mai

Geschrieben am: 03.05.2015

Von: Martin Laskewicz

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“Es braucht eine neue Sprache, eine neue Art, die Dinge zu sagen.”Papst Franziskus

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